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Kabel und Leitungen dienen der Verbindung der einzelnen Komponenten, im Röhrenverstärker überwiegend für die Zufuhr der Netzspannung zum Trafo, der Heizspannungsversorgung der Röhren und der Anbindung der Röhrenanschlüsse an die restlichen Komponenten, oder im Niederspannungsbereich als Signalleitung. Die Verbindung der Bauteile wie Widerstände, Elkos usw. geschieht ja ansonsten direkt auf der Lötleiste oder einer Printplatte / gedruckten Schaltung.

Für die Netzzuleitungen gilt:

Für den Anschluss des Trafos an den Spannungseingang im Verstärker (z.B. die Kaltgeräte-Netzbuchse) muß entsprechende zweiadrige Leitung verwendet werden, mind. 2 x 0,75 mm² sind unbedingt erforderlich, plus die entsprechende Einzelader- Leitung für den Schutzleiter-Anschluss (grün-gelb). - Oder gleich dreiadriges Kabel,z.B. 3 x 0,75 mm².

Ist die Netzbuchse mit Flachsteckern ausgerüstet, kann schnell und sauber mit vollisolierten Crimp-Flachsteckhülsen und einer entsprechenden Zange zum Crimpen (siehe Werkzeug) gearbeitet werden. Steht kein entsprechendes Werkzeug zur Verfügung, und werden unisolierte Kabelschuhe verwendet, die Verbindungen mit einer Telefon- oder Kombizange quetschen, und zusätzlich unbedingt verlöten, damit sich nichts lösen kann. Die anderen Enden können dann am Trafo angelötet werden.

Bei direkter Einführung der Netzleitung in den Verstärker, z.B. mit Kabelverschraubungen auf gute Zugentlastung achten und die Einzeladern direkt an den entsprechenden Stellen verlöten.

Denken Sie auch immer daran, daß Gehäuse und die Trafopakete, sowie die Schaltungsmasse sicher mit dem Schutzleiteranschluss zu verbinden!

Einschrumpfen mit Schrumpfschlauch und Gasbrenner bzw. großzüge Isolierung mit entsprechend spannungsfestem Isolierband ist bei unisolierten, die Netzspannung führenden Verbindern unumgänglich.


Für Heizleitungen gilt:

Heizungszuleitungen zu den Röhrenfassungen müssen unbedingt aus starrem Draht ausgeführt werden, da diese ja zur Vermeidung der Entstehung von Wechselstromfeldern und somit brummeinstreuenden Störungen miteinander verdrillt werden müssen. Litze ist hier ungeeignet, da diese sich ja wieder entdrillt.

Bei Vorstufen- und kleinen Endstufenröhren wie zum Beispiel der EL84 reicht Klingeldraht von ca. 2 x 0,8 mm², bei großen Leistungen wie zum Beispiel für eine EL34 sind 2 x 1,5 mm² unbedingt erforderlich.

Praxistip: Verdrillen der Leitungen: Zwei gleiche Längen abschneiden, zwei Enden zusammen in einen Schraubstock einspannen, und beide anderen Enden zusammen im Bohrfutter eines Akkuschraubers einspannen, Leitung spannen, und Gas geben. Geht superschnell und supergelichmäßig!

 
Für NF-Signalführende Leitungen gilt:

Verbindungen der Signalleitungen von Cinchbuchsen zu Potis und weiter zum Anschluss des Gitters der Vorstufenröhre müssen unbedingt mit durch ein Geflecht abgeschirmten Leitungen erfolgen, das Geflecht wird nur einseitig an der Masse am Signaleingang angeschlossen, z.B. an den Cinch-Eingangsbuchsen. Das andere Ende "Hängt in der Luft", sonst entstehen Masseschleifen (Loops) , welche den Brummteufel walten lassen. Im Bild abgeschirmte NF-Leitung




 
Für andere Verbindungen und allgemein gilt:

Vernünftiges Material verwenden, und sauber Verlegen. Starre Einzeladerleitungen lassen sich entsprechend biegen, Litze kann zum Beispiel mit Kabelbindern oder im Gehäuse montierten speziellen Kabelschellen gebündelt werden.Das Innere eines vernünftig aufgebauten Verstärkers zeigt man gerne. Hier geht viel Arbeitszeit verloren, aber es lohnt sich.  Verschiedene Kabelfarben zum Beispiel für Hochspannung, Kathoden und Anodenanschlüsse zu den Röhren machen die Sache übersichtlicher und die Fehlersuche im Fall des Falles einfacher. Wer ein Beschriftungsgerät sein Eigen nennt, kann es ganz professionell machen und alle Leitungen entsprechend beschriften.

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