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Kondensatoren sind in den meisten der Röhren-Schaltungen nur wenige zu finden, und diese haben im Röhrenverstärker (mit Ausnahme der Netzteilelkos) auch nur ganz genau “die” Aufgabe, die einzelnen Stufen zu verbinden (zu Koppeln - daher der Begriff Koppelkondensator im Verstärkerbau).

Der Kodensator muss dabei den Gleichspannungsanteil des Signals von der folgenden Stufe fernhalten. Am nachfolgenden Gitter soll ja nur das Wechselspannungs-Audio-Signal liegen, ohne Beaufschlagung mit einer Gleichspannung. Die negative Gleichspannung und somit der Arbeitspunkt der Folgestufe wird ja über entsprechende Widerstände zwischen Masse und Kathode der Folgeröhre erzeugt...

Liegen die Kondensatoren in Serie zur (Betriebs-) Spannung, haben diese bekanntermaßen für Gleichströme einen einen sehr großen Widerstand, während ein Wechselstromsignalanteil den Kondensator passieren kann.

Da der Gleichspannungsanteil des Ausgangssignals der vorherigen Stufe auf der vollen Anodengleichspannung liegt, ist ausreichende Spannungsfestigkeit unabdingbar.

Wie gut die Entkoppelung ist, hat auf den Klang und den gesamten Frequenzgang des Verstärkers erhebliche Auswirkung…!

Auch im Falle eines Defektes, wenn sich ein Kabel am Röhrensockel löst, oder eine Röhrenheizung durchbrennt, und dann kein Strom mehr fließt, läuft die Spannung am Koppelkondensator u.U. auf die volle Leerlaufspannung des Netzteiles hoch. Hier darf nicht gespart werden!

Hier gilt wie bei den Netzteilelkos: 450 oder besser 630V sind kein Luxus, sondern Pflichtprogramm!

Auch “alte” Kondensatoren aus der Bastelkiste die dort die letzten 20 Jahre geschlummert haben, sind in den allermeisten Fällen keine gute Wahl. Schon bei geringen Leckströmen durch ausgetrocknete oder sonstwie gealterte Isolierungen zwischen den Platten oder Wicklungen des Kondensators fließt über den Gitterwiderstand der folgenden Stufe ein Strom, und dieser verursacht eine unzulässige Spannungsveränderung am Gitter der folgenden Röhre, und damit eine Arbeitspunktverschiebung der gesamten nächsten Stufe.

Der Koppelkondensator stellt grundsätzlich schaltungstechnisch gesehen mit dem Gitterableitwiderstand einen Tiefpaß dar, daher muss der Wert des Kondensators so groß bemessen sein, dass kein allzu hoher Abfall der tiefen Frequenzen stattfindet, sonst fehlt dem Verstärker später der Bass, insbesondere wenn mehrere Stufen aneinander gekoppelt werden, denn diese Tiefenabschwächungen summieren sich natürlich bis zur Endstufe auf.

0,1 µF ist ein gängiger Wert, und meiner Meinung nach meist ausreichend, da er in den meisten Schaltungen zu einer unteren Grenzfrequenz von nur wenigen Hz führt.

Wer die Eckfrequenz des RC-Tiefpasses genau ausrechnen will, sei auf die Fachbücher verwiesen, dort stehen die Formeln, und wie es geht.

Bewährt haben sich MKT und MKP Kondensatoren. Diese gibt es in entsprechender Spannungsfestigkeit recht preiswert und gut verfügbar. Auch MKS Kondensatoren kann man meiner Meinung nach gut einsetzen, diese haben aber hohe Toleranzen und man sagt ihnen einen höhreren Klirranteil nach als den anderen vorher genannten Kandidaten.

Ebenfalls gut sind auch Styroflex-Kondensatoren, insbesondere in Vorstufen wegen Ihres klirrarmen Verhaltens. High-Ender setzen auf Ölpapier-Kondensatoren und sagen diesen exzellentes Klagverhalten nach, diese Art von Kondensatoren ist allerdings keine preiswerte Angelegenheit...

Elkos haben hier nichts verloren, diese sind gepolt , auch die billigen Keramik-Scheibenkondensatoren sind nicht die beste Wahl.

Auch diese Bauteile waren wie schon bei den Elkos genannt wurde, damals zur Röhrenzeit sehr teuer, und wurden ebenfalls sehr sparsam dimensioniert, von Alterungserscheinungen mal ganz abgesehen.

Restaurieren Sie einen alten Verstärker oder ein altes Röhrenradio, so kann ein auswechseln der Koppelkondensatoren gegen ein großzügig dimensioniertes “Modell” aus aktueller Fertigung gerade im Tieftonbereich (aber auch über den gesamten Frequenzbereich gesehen) wahre Wunder vollbringen!

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