Der Ausgangstrafo ist mit das wichtigste Teil in einem Verstärker. Er hat die Aufgabe den Arbeitswiderstand der Endröhre(n) von oft mehreren Kilo-Ohm an den Innenwiderstand des angeschlossenen Lautsprechers anzupassen.
Die Forderungen, dass ein weiter Frequenzbereich möglichst linear übertragen werden muß und auch bei tiefen Frequenzen der Trafo nicht "in die Knie" gehen darf, und dazu auch eine entsprechende Ausgangsleistung übertragen werden soll, um entsprechende Lautsprecher anzubinden, können nur durch aufwändige Herstellungsmethoden und große Kernquerschnitte erreicht werden.
Das ganze Thema ist sehr komplex. Selbst in Röhrenverstärker-Baubüchern wird oft aufgrund des Umfanges nur im groben darauf eingegangen. Wers genau wissen will, wie es funktioniert und der Übertrager sich berechnen lässt usw. sei auf entsprechende Fachbücher verwiesen.
Grundsätzlich gilt und ist meines Erachtens wichtig zu wissen und zu beachten:
Hohe Leistungen und der Frequenzgang im unteren Bereich erfordern große Kerne, wenn hinab bis zu wenigen Hz ohne großen Signalabfall übertragen werden soll. Die Wicklungen müssen anders als bei Netztrafos aufwändig verschachtelt, also in vielen abwechselnden Lagen Primär/Sekundär gewickelt werden. Wickelmaterial, Blechmaterial und präzise Fertigung sind das A und O eines guten Übertragers.
Entgegen einfacher Netztrafos die ausschliesslich bei 50Hz eine Wechselstromleistung übertragen müssen, ist der Ausgangsübertrager insbesondere bei Eintakt (Single-End) Endstufen sowohl mit dem Gleichstromanteil (Ruhestrom) und mit dem überlagerten Wechselstromanteil sprich dem Audiosignal welches wir dann hören belastet.
Eintakt-Übertrager haben deshalb immer einen Luftspalt, damit der Trafokern bei dieser Belastung nicht durch den Gleichstromanteil magnetisiert wird. Durch den Spalt werden die durch den Kern verlaufenden magnetischen Felder unterbrochen.
Bei Gegentakt-Übertragern müssen beide Wicklungen absolut identisch aufgebaut sein, um Übernahmeverzerrungen wirksam zu verhindern.
Am Übertrager darf keinesfalls gespart werden, dimensionieren Sie lieber ein bisschen zu viel, nie zu wenig. Die beste Schaltung und die hochwertigsten Röhren werden sonst nichts nützen.
Man kann es meiner Meinung nach aber auch übertreiben. High-End ist oft unverhältnismäßig teuer. Ich finde für mich, auch hier ist der goldene Mittelweg das richtige. Wählen Sie die Qualität auch danach, ob Sie den Übertrager z.B. für den "Haupt"-Verstärker im Wohnzimmer, mit dem Sie Ihre klassische Musik hören wollen, benötigen oder für das Zweitgerät in der Küche.
Für den Mono -3 W-PC-Soundkartenbooster im Arbeitszimmer muss es kein 100 Euro-Übertrager sein finde ich. Aber jeder ja so wie es Ihm gefällt.
Abzuraten ist unbedingt von Vorschlägen die hier und da zu lesen sind, man könne auch mal den Netztrafo aus der Bastelkiste zum Ausgangsübertrager missbrauchen. Das kann nichts werden, aufgrund der oben angegebenen Fakten.
Bezugsquellen für meiner Meinung nach sehr guten Übertragern zu sehr fairen Preisen gibts auf der Link-Seite.
Achten Sie auf guten Frequenzgang und genaue Anpassung an die Endröhren und auch an Ihre Lautsprecher.